spleen*graz: Hinter den Kulissen

Zwei der drei SchauschpielerInnen von Oorlog bei spleen*graz

Zum 8. Mal versetzt das spleen*graz die Stadt Graz in Zauber. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen das Theater ans Herz zu legen. Erfolg hat das Festival auch bei Erwachsenen.

Vom 7. Bis zum 12. Februar – sechs Tage lang – wird die Grazer Innenstadt zum Festivalgelände, der öffentliche Raum zur Bühne. Grund ist das, alle zwei Jahre stattfindende, spleen*graz: eine Initiative von Hanni Westphal und Manfred Weissensteiner.  Besonders, aber nicht nur, freuen sich Kinder und Jugendliche auf das bunte Treiben. Neben schauspielerischen Darbietungen wird zusammen diskutiert, musiziert und das Tanzbein geschwungen. Was den Zuschauerinnen und Zuschauern allerdings oft verborgen bleibt, ist der Aufwand, der hinter den Kulissen notwendig ist.

Hanni Westphal und Manfred Weissensteiner organisieren  das spleen*graz
Hanni und Manfred haben das spleen*graz vor 14 Jahren ins Leben gerufen. – Foto: Rebecca Gahr

Spleen*graz – Unterhaltung für die ganze Familie

Der Künstlerischen Leitung ist vor allem wichtig, dass Kinder und Jugendliche ernst genommen werden. „Lasst uns miteinander sprechen und Themen verhandeln, die uns allen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wichtig sind“, sagt Hanni Westphal. Die diesjährigen Schwerpunktthemen wie Krieg, die Zukunft und zwischenmenschliche Beziehungen berühren nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene. Eltern, Großeltern und ältere Geschwister sollten sich die Stücke nicht entgehen lassen. „Niemand wird blöd angeschaut, wenn er ohne Kind kommt“, betont Hanni Westphal. Dass die Performances auch für ein älteres Publikum bestens geeignet sind, ist zum einen der hohen Professionalität der Theatergruppen zu verdanken. Diese reisen aus sieben verschiedenen Ländern Europas an. Zum anderen traut man sich in einer Kinderproduktion oft mehr mit neuen Ideen zu experimentieren. Später werden diese oft auch im klassischen Theater ausprobiert.

Oorlog, ein Stück über Krieg, wird am spleen*graz aufgeführt.
Das Stück Oorlog einer niederländischen Theatergruppe widmet sich dem Thema Krieg. – Foto: Rebecca Gahr

Zum ersten Mal gibt es heuer auch eine spleen*Eigenproduktion im Rahmen des Kulturjahres 2020: 8 Fenster. Durch diese acht Fenster beobachten die Zuschauerinnen und Zuschauer die Bewohner eines Hauses, belauschen deren Geheimnisse. Die Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum wird in Frage gestellt wird. Hinter den Fenstern stehen teilweise selbst noch Kinder – die Nachwuchstalente der Grazer Theaterszene. Andere Aktionen – Klassiker wie das spleen*tandem, der spleen*trieb oder die spleen*schule – werden auch dieses Jahr fortgesetzt. 

Die kleinen und großen Krisen hinter der Bühne

Verwirklicht werden können Projekte wie dieses nur mit der Hilfe von städtischen Förderungen. Obwohl die Stadt Graz 2018 das Budget für die mehrjährigen Kulturförderungen erhöht hat, ist es für freie Theater in Graz nach wie vor schwer zu bestehen. Für manche wie für das theater t’eig ist der letzte Vorhang bereits gefallen. Gerade für die Freien bietet das spleen*graz eine Möglichkeit sich untereinander besser zu vernetzen. Der Austausch, speziell unter den Nachwuchskünstlerinnen und Nachwuchskünstlern, ist auch Hanni Westphal und Manfred Weissensteiner wichtig. Aus diesem Grund haben sie das Festival 2006 überhaupt erst ins Leben gerufen – und damit einen echten Volltreffer gelandet. Das spleen*graz wird international und in Österreich als Geheimtipp gehandelt und das mit fast ausverkauften Vorstellungen.

Beitragsbild: David Wiestner

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